Final impressions/ Schlussbemerkungen

April 28th, 2011

Auch wenn Mosambik noch einen weiten Weg vor sich hat, wird man, gerade auch als Besucher aus Europa, sehr herzlich aufgenommen. Das Leben in Maputo ist unwirklich, gutes Essen, viele Bars und große Supermärkte. Die Vorstellung, dass die Hälfte der Bevölkerung in Armut lebt, erscheint dabei gereadezu absurd und ist doch bittere Realität–der aber entwicklungspolitisch nur völlig unzureichend begegnet wird. Ruft man sich jedoch in Erinnerung, dass seit dem verheerenden Bürgerkrieg weniger als 20 Jahre vergangen sind und dass es in der Bevölkerung viele motivierte und vor allem fähige Menschen gibt, die mit ihrem Land vorankommen wollen, ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft alles andere als naiv. Ich freue mich darauf in kurzer oder langer Zeit wiederzukehren, liebgewonnenne Menschen wieder zu sehen und Veränderungen zu bestaunen.

Before closing this blog for a longer period–my time in Mozambique has come to an end–I will first write about my visit to Mafalala.

Mafalala is the probably best-known shanty town of Maputo. It has been a central place for resistance against Portuguese occupation and local cultural expression, furthermore it was home to two of the country’s former presidents. Our tour of the neighbourhood was organised by a group of young graduates of the Mozambican university who are well-informed and are even able to present the historical role of the different “sites” in English. Mafalala is a place full of contradictions. Corrugated-iron huts line the few newly parved roads, further inside the neighbourhood we see neoclassicist-style detached houses side by side with shelter of collected wood and rusty metal plates. Some places have television and electricity, others do not even have access to sanitation. Middle-aged men in suits pass by children playing in the dirt. This place is captivating, charming and also very exhausting.

Maputo: Mafalala VI

As I cannot avoid some final remarks, I would at least like to label them as subjective impressions. The deeper I have digged into Mozambican development policies the more I gained the feeling that people know how to make their programmes sound well and ambitious but they do not know how to turn their vague goals into reality–more critically one could even ask whether those goals are indeed formulated to become reality and not only part of the game of governing a developing country. There are many bright and enthusiastic Mozambicans who are concerned about their country’s future and aware of the necessity of increasing agricultural production, setting up labour-intensive businesses and turning the country’s rich natural ressources into fuel for its development. The believe in a better future is therefore not naive but justified—one should bear in mind that this country is fairly young, the civil war only ended in 1992.

Maputo: Bonfire II

Life in Maputo’s central quarters is far away from the struggle for survival which is fought everyday by at least half of the population. Maputo buzzing nightlife, good restaurants and big shopping malls are accessible to very few, and among those are even fewer Mozambicans. Even walking around at night and taking public transport in the late evening did not make me feel less secure than in Germany. Neither I nor the friends I made have been assaulted during the time I was there. Even the police, eager for bribes, would well try to make you loose your patience but never blackmails you by not handing back your documents or using violence. Whomever you greet in the streets you will get a at least polite response and although not being particularly well-informed about names of streets there is always someone ready to help out with directions. There is no question that tourists and expats are seen as a source of good business and will receive more offers at higher prices wherever they go. Nevertheless, the evident wealth of this group does not to seem to lead to hostile comments or actions.The beach barbecue I had with some Mozambican and international on my last night in Maputo makes me think that this country indeed welcomes everyone with open arms regardless of nationality, ethnicity or status. There is no doubt that this is only partly true, but it seems almost ironic that it was possible to have had such a great time as I did in this country.

Reisen in Mosambik/ Travels in Mozambique

April 21st, 2011

In the last weeks of my stay I visited the island of Inhaca, the mountenous province of Manica and the unfortunately rainy beach town Ponta d’Ouro.

Gegen Ende meines Aufenthaltes hatte ich Gelegenheit noch ein wenig in Mosambik zu reisen.

Am frühen Samstag Morgen besteige ich die Fähre zur Insel Inhaca die vor der Küste Maputos liegt. Die See ist nicht unbelebt, so dass dem Ein oder Anderen die jüngste Speise auf unangenehme Weise wieder in Erinnerung gerufen wird. Dennoch ist es schön die Arbeit der Fischer aus der Nähe und die Skyline Maputos aus der Ferne zu betrachten. Unser Boot ankert kurz vor der Küste Inhacas, die Passagiere gelangen dann mittels kleiner Motorboote an den Strand. Als nicht-Mosambikaner wird für uns bei Ankunft wird eine Gebühr für den Schutz der örtlichen Umwelt fällig. In einem Land Rover Defender und auf einem Weg der erst durch das Befahren als Straße erkennbar ist gelangen wir zu unserer Unterkunft, der Meeresbiologiestation der Universität. Wir sind die einzigen Gäste und finden uns in einem riesigen Schlafsaal wieder, der den Charme einer Kaserne versprüht. Unsere Unterkunft liegt direkt am Strand und zehn Minuten Fußmarsch bringen uns zu einem Schnorchelgebiet. Mangels eines Führers finden wir zwar leider nicht das gesuchte Korallenriff, können aber dennoch einige Korallen, Seesterne und Fische bestaunen. Nach einem kargen Frühstück–es gibt in der Nähe keinen Supermarkt–geht es am nächsten Morgen zurück nach Maputo wo wir am späten Nachmittag ankommen.

Fishermen I

Die Provinz Manica liegt in etwa 14 Autostunden nördlich von Maputo, aus gegebenem Anlass wähle ich das Flugzeug. Die brasilianische Propellermaschine bringt mich zu Beginn der folgenden Woche dröhnend aber sicher in die Provinzhauptstadt Chimoio. Aus Sicherheitsgründen müssen einige Sitzplätze leer gelassen werden, sonst wäre die Maschine wohl zu schwer für den Flug. Der Flughafen in Chimoio ist merklich unter der Kapazität und dem Standard deutscher Regionalflughäfen, was jedoch zumindest die Abfertigung und Gepäckausgabe beschleunigt.

Manica liegt wesentlich höher als Maputo und grenzt an Zimbabwe, das Klima ist daher angenehm mild. Die Region ist ausgesprochen fruchtbar, so dass es eine vielfältige landwirtschaftliche Produktion gibt, von Mais bis hin zu Äpfeln. Nur sehr wenige Felder sehen nach kommerzieller Landwirtschaft aus, scheinbar haben sich jedoch einige simbabwische und südafrikanische Landwirte in Manica angesiedelt und benutzen–und teilen–landwirtschaftliche Maschinen. Bemerkenswerterweise sind die Straßen die in den Norden der Provinz führen von ausgesprochen hoher Qualität und im Allgemeinen wirkt die Provinz sehr viel sauberer und gepflegter als Maputo. Überdies hört mit dem Verlassen der großen Städte auch die Vorherrschaft der portugiesischen Sprache aus. Während Portugiesisch die Amtssprache ist, sprechen die Menschen auf dem Land unter sich lokale Sprachen und beherrschen oftmals das Portugiesische nur schlecht oder gar nicht. Auch wenn in Maputo nicht gerade schnell gearbeitet wird, erfährt man erst in der Provinz, wie langsam es tatsächlich gehen kann. In Restaurants beispielsweise kann die Zubereitung einer Mahlzeit gerne einmal zwei Stunden in Anspruch nehmen, selbst wenn man schon vorab bestellt hat. In ähnlicher Weise finden Besprechungen nur mit erheblicher Verzögerung statt.

Manica

Die mosambikanische Fluggesellschaft, LAM, hatte mir bei der Bestätigung meines Fluges nahegelegt zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu erscheinen. Dort angekommen ist um die Uhrzeit, um kurz nach sieben, jedoch nicht einmal Sicherheitspersonal, geschweige denn Bedienstete der Fluggesellschaft zugegen. So harre ich bis zur gemächlichen Öffnung des Gebäudes aus. Ein Polizist untersucht mein Gepäck auf gefährliche Gegenstände, d.h. Mangels eines Röntgengerätes werden die obersten zehn Zentimeter meines Rucksackes begutachtet und für ungefährlich befunden. Beim Besuch des Imbisses im Flughafen freue ich mich Käse aus örtlicher Produktion erwerben zu können. Solcher ist in Maputo rar, und wenn vorhanden ausgesprochen teuer. Für wenig mehr als 7€ erstehe ich im Flughafen den „besten Käse Mosambiks“, ein knappes Kilo Gauda. Trotz der vollmundigen Ankündigungen ist dieser geschmacklich derart unbedeutend, dass er für wenig mehr als zum Kochen zu gebrauchen ist.

Ponta d’Ouro ist ein beliebtes Wochenendziel für die Bewohner Maputos und Südafrikaner die nah an der Grenze leben. Der Weg in den tiefen Süden Mosambiks ohne Geländewagen ist jedoch beschwerlich. Eine Woche später, am Samstag Morgen um fünf, fahren wir mit der Fähre von Maputo nach Catembe, wo wir in den Chapa nach Ponta d’Ouro steigen. Nach einem sehr beherzten Schluck aus seiner Weinflasche lässt unser Fahrer den Wagen an. In der Tat ist die Fahrt nüchtern schwer zu ertragen: Die Sandpiste ist voller Rillen und Unebenheiten, so dass man, eingezwängt zwischen anderen Passagieren und den Eisenstangen der Sitze, viele Stöße abbekommt. Kurz vor unserer Ankunft müssen wir noch anhalten um ein Rad auszutauschen. Am Grenzposten angelangt beginnt es in Strömen zu regnen. Für unserere Visa müssen wir kurz aus- und wieder einreisen und verwirren dabei sowohl mosambikanische als auch südafrikanische Grenzbeamte. Der Grenzposten ist allerdings wesentlich entspannter und kleiner als derjenige, den man für den Krügerpark passieren muss.

Ponta d'Ouro: Windscreen/ Windschutzscheibe

In der Nähe des Grenzpostens essen wir zu Mittag. Das Essen ist einfach, gut und billig, aber leider werden wir ununterbrochen von einem Betrunkenen belagert, der ein Bier ausgegeben haben möchte. Nach langen Diskussionen akzeptiert er ein nein und wir brechen mit einem Geländewagen, der seine besten Tage bereits hinter sich hatte, auf zum Ort Ponta d’Ouro. Auch wenn der Regen aufgehört hat, ist ein nasser Strand nur zweite Wahl. Wir verbringen einige Minuten im angenehm warmen Wasser und kaufen am Markt für das Abendessen ein. Vermutlich wegen der schlechten Verkehrsanbindung sind die Preise merklich höher als in Maputo. Unsere Unterkunft ist trotz niedrigem Preis mit einer nutzbaren Küche, privatem Bad und sogar Klimaanlage ausgestattet. Leider verschlechtert sich das Wetter am kommenden morgen erneut, so dass wir gewarnt werden, dass die (Sand-)Straßen nach Catembe vermutlich bald nicht mehr von den Chapas befahren wird. Daher treten wir bereits am Vormittag unsere Rückreise an, um überhaupt noch zurück nach Maputo zu kommen. Unser diesmal nüchternerer aber dafür aber waghalsiger Fahrer bringt uns in atemberaubender Geschwindigkeit und rechtzeitig zum Mittagessen zurück nach Catembe. Zum Ausklang des Wochenendes gehen wir in ein chinesisches Restaurant auf der Feira Popular. Letztere ist ein alter Rummeplatz mit Restaurants, Autoscooter und Karussel, auf dem man in eigenwilliger Atmosphäre für wenig Geld gutes Essen finden kann.

South Africa/ Südafrika

April 21st, 2011

Anfang März war ich erneut in Südafrika, habe im Krügerpark Elefanten und Giraffen bestaunt und die atemberaubende Aussicht in den Drakensbergen genossen.

As it has been quite a while since my last post I will try to be brief.

People say going to South Africa with ordinary public transport, i.e. chapas or minibuses, is rather dangerous given my skin color. So I decided for the more convenient but also more expensive InterCape coach which can be seen as the South African equivalent of Eurolines. When arriving at the South African border on Thursday night, I am impressed how many people are still travelling. I meet Mozambican women who take the 8h journey to Joburg just to go shopping and return the next day. After several police controls and with more than one hour delay I arrive to Nelspruit just after midnight. The taxi I had called from the bus is awaiting me on the bus stop. The fact that the driver turns out to be Mozambican increases trust when entering this white car without any signs of being a taxi, and with the driver’s girlfriend eating junk food on the passenger seat. On our way to the hostel my driver stops to help a Mozambican minibus change its flat tire, but he still brings me safely to my destination.

RSA: Kruger Park - Elephant

The next morning my friend, who is studying in Joburg, picks me up to go to the Kruger National Park. Whereas our rented Toyata Yaris does not seem to be particularly in favor of unparved roads, we still manage to leave the main roads and get very close to giraffes and elefants. The only possibility to spend a night in the park is to choose accomodation in one of the official restcamps. As we had booked only a few days in advance we did not have much choice and decided for Berg-en-dal which is only half an hour away from the gate. Since it is prohibited to drive through the park on your own after dark we book a sunset drive. Just before dawn we climb into a modified Land Rover, joined by 8 other tourists and a guide. Game drives are a very peculiar experience. Everyone is constantly checking the nature passing by in order not to miss any animal of interest and shouts whenever they believe to have seen anything. One starts do dislike antelopes, as they are too common and yet cause excitement. We see giant eagles, find ourselves in between giraffes and witness the dinner of a group of elefants. In far distance we see rhinos and hippos, and I think I have also seen a glimpse of a lion… or maybe after hours of checking beige-green nature for beige lions just made me believe so… As soon as it gets dark we receive spotlights with which we can check our surroundings for animals, however the only success we have is a bunch of owls and even more antelopes, impressive how well their eyes reflect the spotlight.

RSA: World's End V

The following day we head towards the mountains, Drakensberge. Having thought that the Kruger Park is the most touristy way of spending one’s time in the region, getting to know the Drakensberge raises doubts. On our way we stop in a small locality which is exclusively composed of restaurants and souvenier shops, and all customers are either white South Africans, Noth Americans or Europeans. One cannot miss the various waterfalls in the mountains, each site is well indicated on roadsigns and comes with a guard and a parking lot. Whereas those waterfalls and mountain views are certainly very impressive, paying entrance fees to see nature and meeting the very same people over and over again when driving from site to site, does not feel like a unique nature experience.

With a camera full of landscape pictures and with some delay I arrive in Maputo on late Sunday afternoon.

Alltag (II) und Swasiland/ Everyday life (II) and Swaziland

February 20th, 2011

Going to work means passing by various salesmen and armed guards in the streets, paying attention to hurdles on the sideways and trying to get a much-wanted place in public transport. Despite subsidies public transport is very crowded, so that informal and rather unsafe vehicles fill the gap. In Swaziland things are very different, transport is not only comfortable, but also reliable and minibuses leave frequently. This small mountenous country, known as Africa’s Switzerland, is a beautiful place to escape the busy life in Maputo. Mild temperatures and the abscence of dangerous animals enable visitors to discover the natural reserves on foot and there is not problem to receive information or advice from Swazilands’s warm-hearted people.

Auf dem Weg zur Arbeit passiere ich zunächst in etwa zehn Händler, die auf dem Bürgersteig mit gewissem Nachdruck DVDs, Steckdosenadapter, Zigaretten, Handykarten und Zeitungen verkaufen. Letztere sind von überraschend hoher Qualität (d.h. auch kritisch), und gerade wenn man sich für wirtschaftliche Fundamentaldaten und Entwicklungspolitik interessiert eine unverzichtbare Lektüre. Für umgerechnet rund 40 Eurocent erhält man eine Tageszeitung, Wochenzeitungen kosten in etwa das Doppelte. Vor jedem Haus auf meinem Weg sitzen Wächter, die einen aus müden Augen zurückgrüßen. Gerade vor Banken un Wechselstuben sind Wachleute häufig mit Schrotflinten und anderen Waffen ausgestattet. Ein Anblick an den man sich erstaunlich schnell gewöhnt. Nach wenigen Minuten erreiche ich die Haltestelle des Nahverkehrs, innerhalb kurzer Zeit sehe ich mehrere Chapas vorbeifahren, meist so voll, dass Einsteigen unmöglich ist. Viele Einheimische warten auch auf die “normalen” Busse der städtischen Verkehrsgesellschaft. Im Gegensatz zu den Chapas, die je nach Distanz 5 bis 10 Meticais kosten, kosten die großen Omnbibusse nur 5 Meticais, unabhängig vom Fahrtziel. Letzere kommen jedoch nur sehr selten und sind erheblich langsamer. Da ich lieber laufe als warte, entscheide ich mich meist für den Weg zu Fuß. Viele meiner Kollegen fahren mit dem eigenen Auto zur Arbeit, so dass ich oft unterwegs eine Mitfahrgelegenheit finde. Da Bürgersteige in sehr schlechtem Zustand sind und Bäume nicht auf meine Höhe gestützt sind, heißt Laufen ständig wachsam sein, um nicht irgendwelche Zweige im Gesicht oder Füße in Kanalöffnungen zu haben.

Da der Nachverkehr chronisch überlastet ist, hat die Regierung vor wenigen Tagen informelle Fahrzeuge für die Rush Hour authorisiert Personen zu befördern. D.h. Menschen quetschen sich auf die Ladeflächen von Pick-Up-Trucks und Kleinlastern und viele Kleinbusse ohne jegliche Kennzeichung der Richtung sind unterwegs. Dies mag zwar den Unmut über die schlechten Verbindungen etwas dämpfen, wird aber fraglos die Zahl der Verkehrstoten weiter in die Höhe treiben.

Die Verkehrsinfrastruktur ist von einer gänzlich anderen Qualität, wenn man die Grenze nach Swasiland überschreitet. Auch wenn auch hier gilt, dass man für einen Platz im Bus nach Manzini, der ökonomischen Hauptstadt Swasilands, früh aufstehen muss, so fährt der Bus los, wenn alle Plätze (und nicht mehr!) besetzt sind. Die Reise kostet rund 10€ und ist wesentlich komfortabler als Fahrten innerhalb Mosambiks. Da Reisepässe in Mosambik sehr teuer (d.h. teuerer als in Deutschland) sind, versuchen viele Mosambikaner die Grenzkontrollen zu bestechen, um einzureisen. Dies funktioniert auch solange gut, wie der richtige Moment abgepasst wird. Ein Jugendlicher in meiner Chapa hat scheinbar diesen Moment verpasst und muss an der Grenze bleibe. Nach etwa fünf Stunden und unzähligen Polizeikontrollen erreichen wir unser Ziel. Da Manzini laut Reiseführer wenig zu bieten hat und nicht ganz ungefährlich ist, steige ich am Busbahnhof gleich in einen anderen Minibus um, der mich zum Obstmarkt in Mahlanya bringt wo ich mich mit Mangos, Wasser und einer Swasi Handynummer eindecke. Die Minibusse sind ausgesprochen neu und fahren oft halb leer. Die örtliche Währung heißt Emalangeni und ist an den südafrikanischen Rand gebunden, der Wechselkurs ist 1:1, so dass man überall mit beiden Währungen bezahlen kann. Im Verhältnis zu Mosambik halte ich die Preise für Busfahrten für etwas höher. Ich habe das Gefühl, dass der Umgang wesentlich freundlicher und hilfsbereiter als in Maputo ist. So habe ich in einem Minibus Probleme Kleingeld zu finden und sofort bietet meine Sitznachbarin an die Fahrt für mich zu zahlen (ich finde mein Geld noch und muss glücklicherweise nicht auf deses großzügige Angebot zurückkommen).

Swaziland: Mlilwane I

Da das Shuttle meines Hostels mich erst am frühen Abend vom Obstmarkt abholen kann, entscheide ich mich erneut für dir normalen öffentlichen Verkehrsmittel. Erneut muss ich kaum warten und bin innerhalb weniger Minuten bei der Zufahrt zum Mlilwane Naturpark und damit auch zu meiner Unterkunft, Sondzela Backpackers. Nach etwa zehn Minuten Fußweg umringt von Ananasfeldern erreiche ich den Eingang des Parks und wenig später auch meine Unterkunft. Diese ist Teil des Jugendherbergsverbandes und zweifelsohne eine der attraktivsten Jugendherbergen die ich je gesehen habe: Grillplatz, eigener Pool, großzügige Gemeinschaftsräume, niedrige Preise und eine atemberaubende Gebirgskulisse. Nur wenige Minuten nach meiner Ankunft breche ich zu einer kurzen Wanderung auf, um die letzten Stunden Tageslicht zu nutzen. Im Park gibt es keine Löwen, Tiger, Büffel oder andere Tiere die einem zu Fuß gefährlich werden können. Die im Hauptcamp geliehene Karte gibt zwar sicherlich nicht die erwünschte, so doch eine grundlegende Orientierung.Ich laufe an Gnus, Zebras, Äffchen und Antilopen vorbei und n einem See kann ich aus sicherer Distanz Krokodile und Flusspferde bestaunen. Letztere sind, wie ich mir habe sagen lassen, für die meisten Todesfälle in solchen Parks verantwortlich.

Wandern in Swasiland ist sehr angenehm, da die Temperaturen wegen der höheren Lage auch mittags nicht weit über 25° steigen und der Wind – im Gegensatz zu Maputo – angenehm kühl ist. An meinem zweiten Tag stehe ich früh auf, um den Execution Rock und einen ebenfalls hochgelegenen Aussichtspunkt zu erklimmen. Da die vom Park gestellte Karte doch nicht die gewünsche Präzision liefert, verirre ich mich etwas, sehe aber dadurch noch mehr, abgelegene Teile des Parks und finde schließlich dennoch zum Gipfel. Besagter Berg wurde tatsächlich zur Hinrichtung Krimineller genutzt, beziehungsweise dazu ihnen die Chance zu geben sich selbst zu richten. Nach einem mittaglichen Picknick auf den warmen Felsen geht es zurück ins Camp. Während ich auf dem Hinweg über zwei Stunden lang keinem Menschen (dafür aber Vögeln und einger Schlange) begegnet bin, bin ich froh den etwas direkteren Rückweg mit einigen Leuten, die zur selben Zeit wie ich den Gipfel erreicht haben, zu teilen.

Am Abend nehme ich an einem Game Drive teil, d.h. wir fahren in einem offenen Geländewagen durch den Park und halten an, sobald wir Tiere sehen und unser Führer gibt uns eine Einführung in die Flora und Fauna des Parks. Da die Krokodile und Flusspferde in der Dämmerung das Wasser verlassen, kann man den Park um diese Uhrzeit nur noch im Auto erkunden. Dass man dann auf der Gipfelhöhe noch einen Drink zum Sonnenuntergang bekommt ist mir etwas zu touristisch, aber die fachkundigen Erklärungen sind die Tour in jedem Fall wert.

Swaziland: House on Fire I

Am folgenden morgen lasse ich mich vom Shuttle des Hostels wieder an besagtem Obstmarkt absetzen und steige dort in einen Minibus zur Hauptstadt Swasilands, Mbabane, um. Unterwegs sehe ich viel Landwirtschaft inklusive Demonstrationsfelder für modifizierten Mais aus Südafrika. Derartiges habe ich in Mosambik bisher nicht gesehen. Eine weitere Auffälligkeit ist die große Präsens taiwanesischer Kooperationsprojekte, schließlich gibt es nur sehr wenige Länder die mit Taiwan diplomatische Beziehungen unterhalten. Die Hauptstadt ist ausgesprochen klein und scheint maßgeblich aus Geschäften und Restaurants zu bestehen. Die Mehrheit der Bauwerke würde ich in die Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts verorten, von historischen Kolonialbauten keine Spur. Mit meinem Gastgeber mache ich eine Wanderung durch die nahegelegenden Berge und gehe abends zu einem Konzert einer afrikanisch-japanischen Band. Dieses findet im House on Fire statt, einem Veranstaltungs- und Ausstellungsgebäude, das in unglaublicher kunsthandwerklicher Kleinarbeit errichtet wurde. In noch größerem Maße als solche Veranstaltungen in Maputo stellt sich das Konzert als Treffpunkt von Touristen und Expats heraus, der Anteil an Swasis dürfte unter 10% liegen, was bei fast 9€ Eintritt nicht sehr verwunderlich ist.

Am kommenden morgen fahre ich mit einem Minibus von Mbabane auf der Autobahn zurück nach Manzini. Dort muss ich einige Zeit warten, bis sich der Minibus nach Maputo gefüllt hat. Dieses mal wird der Anhänger mit Gepäckstücken, unzähligen Einkäufen, einem Schrank und einem Bett beladen. Dementsprechent langsam bewegen wir uns auch fort. An der Grenze wird erneut die Abwesenheit von Pässen mit Schmiergeld gelöst, dieses Mal nach langen Diskussionen auch erfolgreich. Meine Mitfahrer erzählen mir, dass Grenzbeamte beim Stempeln viel Platz in den Reisepässen verschwenden, so dass man noch öfter die teuren Dokumente erneuern muss. Wenige Kilometer nach der Grenze haben wir einen Platten und müssen anhalten. In beeindruckender Geschwindigkeit wechselt unserer Fahrer das defekte Rad aus und nach nur wenigen Minuten können wir weiterfahren. Wir machen einen Umweg, um die transportierten Möbel abzugeben und halten an weiteren kleineren Haltestellen im Großraum Maputo. Ein kleines Mädchen, vielleicht sechs Jahre alt, wird von ihrer Mutter mit großen Einkauftüten alleine eine Haltestelle weiter fahren gelassen. Die Taschen sind viel zu schwer für sie, so dass ein anderer Fahrgast sie zumindest zur nahen Tankstelle bringt wo sie versuchen soll eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Geweint wird nicht, Kind sein heißt hier auch früh auf eigenen Beinen zu stehen. Kurz darauf, am frühen Nachmittag, erreichen wir den Busbahnhof im Zentrum Maputos.

Ich muss in den nächsten Wochen wieder das Land verlassen und plane überdies eine Reise nach Manica im Zentrum Mosambiks, dies wird der Inhalt meines nächsten Beitrags sein.

I will have to leave Mozambique again in near future and I am planning to visit Manica in the centre of Mozambique, so this will be the topics of my next post.

Everyday Life (I) and South Africa/ Alltag (I) und Südafrika

February 13th, 2011

In meinem ersten Monat hier habe ich mein Bewegungstempo und meine Zeitplanung an die Hitze und den unberechenbaren Nahverkehr angepasst. Ich stehe früh auf, da die Sonne um fünf Uhr aufgeht und unsere Haushälterin früh anfängt zu arbeiten; ich selbst habe europäische Arbeitszeiten und bin meist erst zum Abendessen wieder zu Hause. Da Lebensmittel in Maputo oft aus Südafrika kommen und dementsprechen teuer sind, fahren viele am Wochenende zum Einkaufen auf die andere Seite der Grenze. So konnte ich mit einer Kollegin einen Tag im wesentlich weiter entwickelten Südafrika verbringen, meine Essensvorräte aufstocken und auf dem Rückweg einige Elefanten im Krüger Park bewundern.

In Mozambique there are no daylight saving time adjustments, so the sunrise is currently around 5 a.m. and the sunset between 6 and 7 p.m. As our housemaid arrives at 6:30 a.m., my day also starts at about that time. Every non-Mozambican I know has a housemaid. I neither want nor will get used to having someone who does my dishes, laundry and ironing etc., however, for the time being I try to see this as some way of decreasing urban unemployment and strengthening domestic consumption. Our housemaid earns about € 2.5 a day, plus coverage of transport costs and free food for lunch – which as far as I know is above average but still does not make it easy to get by.

Outside my window/ Blick aus meinem Fenster

Mozambican office hours are typically from 7:30 a.m. to 3:30 p.m, fortunately most of my colleagues only start work around 8:30 a.m. – and so do I. In the morning I often squeeze myself in a chapa which takes me to work for 5 Meticais (around 12 Eurocents). In the late afternoon public transport is so crowded that I rarely manage to get in, so most of the time I decide for the 30-minute walk and arrive at home around 6 p.m.. As temperatures oscillate around 30°C both public transport and walking are quite exhausting. People deal with those temperatures by walking remarkably slowly. This slowness is omnipresent, whether you are in an supermarket in a restaurant or having a police control – inpatient people are having a hard time.

Whereas in the areas where I live and work there are paved streets and sidewalks, both are in a very bad condition. Drivers have to be careful to avoid potholes and when walking on has to pay attention not to end up in one of the many uncovered manholes in the sidewalks which are several meters deep. A further danger is the cars themselves. As a pedestrian one cannot expect any mercy from drivers and red lights seem to have little more than symbolic meaning. Before coming here I thought of malaria, dengue and assaults as the most serious threats – now I am pretty sure that the chance of getting injured in a traffic accident is significantly higher.

Living in Maputo as an expatriate feels very artificial. Whereas I do not share the luxury of sleeping an an air-conditioned room and driving in my air-conditioned car to my air-conditioned office and afterward to my air-conditioned gym – which is not an uncommon mode of life – I certainly do not live a life comparable to most Mozambicans. Where I live and work the majority of residents and people in shops, restaurants, bars or cafés is at almost any time non-Mozambican. This also means that wherever I go I meet people I at least know by sight – which is quite a phenomenon in such a big city and after having been here for little more than a month. This non-African atmosphere is also reflected in the prices for food and accommodation which both are above German average (and probably rather on a UK-level). The high food prices are mainly due to the fact that Mozambican agricultural production is not very efficient and does not take place close to Maputo. As a result food sold in Maputo is mainly imported from South Africa which drives the price up as the interest rate is rather unpropitious for Mozambican traders and transportation and tariffs cause additional costs. Last September high food and fuel prices sparked riots in Maputo, leading government to introduce immediate measures to reduce prices with the help of subsidies and cuts on taxes and tariffs. As international food prices continue to rise this remains a very hot topic.

As supermarkets in Maputo are not only expensive but also offer quite a limited choice of products, many who can afford to drive to South Africa once in a while (which takes about one hour) do their shopping on the other side of the border. Similarly, car parts are very scarce in Mozambique so that going to South Africa often is the better choice. This habit gave me the chance to join one of my colleagues on a day trip to South Africa. There are lines of cars and minibuses transporting goods and people from RSA to Mozambique when we arrive at the border post. Having lived in the Schengen Area until now, I still feel a certain excitement when standing in line to have migration check and stamp my passports; and spending 20 minutes on those formalities (without having anything to declare) brings to mind the comparatively high level of transaction costs in the region. On the other side of the border I am impressed by the seemingly highly productive agriculture and the well-maintained roads. Whereas car retailers and workshops do not show particularly high expertise, supermarkets are not only large and offer a wide range of products, they are also cheap compared to both Maputo and European standards. After almost one month in Maputo, it really is a pleasure to be able to buy a wide range of fresh vegetables and get the specific herbs, spices and rice you want for preparing your meals.

RSA: Kruger Park - Elephants/ Elefanten

On our way back we spend three hours in the nearby Kruger Park. Whereas for people who live here those things have already lost much of their appeal, for me it is amazing to see Elephants, Rhinos, Hippos, Zebras and Antelopes in the wild and I am not too disappointed to miss Lions and Buffalos on my first visit to the park.

The next post will contain more about daily life in Maputo and a few words on my visit to Swaziland.

In meinem nächsten Beitrag werde ich weiter über den Alltag in Maputo schreiben und von meinem Wochenendausflug nach Swasiland berichten.

Urlaub/ Holiday

January 23rd, 2011

I have decided to alternately write in German and in English, always beginning with a short summary in the other language. Ich werde im Wechsel auf Deutsch und auf Englisch schreiben und zum allgemeinen Verständnis in der jeweils anderen Sprache eine Zusammenfassung voranstellen.

Our ten-days holiday prior to starting work were marked by contrasts: New Year’s Eve on the beach and a first impression of Mozambican culture on the one hand side, slightly harrassing beggars and salesmen, and corrupt police on the other. Heading north and to the beaches we saw more poverty as well as more white and wealthy tourists. Furthermore, we got to know public transport and public health, two sectors which still have quite a way to go. Hower, the overall impression is very positive, people are nice, security is less of an issue than expected and food is often delicious.

Bereits mein erster Tag hier gibt einen guten Eindruck von den Vorzügen und Problemen dieses Landes. Angekommen am Flughafen Maputo, der wohl noch kleiner ist als z.B. London City Airport, werden wir (für “geringes” Entgelt) von einer eher wenig vertrauenserweckenden Gestalt zum Taxi geleitet und fahren in die Stadt. Diese fängt in Form von Blechhütten und anderen wenig wetterfesten Konstruktionen bereits mit Verlassen des Flughafengeländes an. Die Straßen am späten Nachmittag sind belebt, Frauen transportieren Kisten und Lebensmittel auf ihren Köpfen, Kinder betteln an wartenden Autos und die kleinen Häuser leuchten in gelb (Mcel Werbung) oder in blau-weiß (Vodacom Werbung). Der Taxifahrer informiert uns, dass der relativ neue Flughafen von “den Chinesen” gebaut wurde. Später erfahre ich, dass ein wohl nicht unerheblicher Teil der Investitionsmittel seinen Weg nicht auf die Baustelle gefunden hat und dass der Flughafen nicht sehr regenfest ist, und auch die Elektrizitätsversorgung zu wünschen übrig lässt.

Der innere Teil der Stadt ist geprägt von einer Mischung aus Plattenbauten und Kolonialarchitektur, d.h. das Stadtbild erscheint durchaus europäisch. Vor dem Fenster unseres Hostel-Zimmers steht ein kugeldurchsiebtes Auto, was den Bürgerkrieg und die damit verbundenen Verluste in Erinnerung ruft. Wir warten auf unser Taxi vor einem Restaurant gefüllt mit “expats” (d.h. expatriierte Europäer, Asiaten und Amerikaner), die Mahlzeiten für mindestens 10€ genießen (zum Vergleich: der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 60$ pro Monat). Dort und auf den Weg zum Strand, wo wir Sylvester verbringen wollen, werden wir von Jungen belagert, die betteln, Kunsthandwerk oder Handykarten verkaufen. Ein “Nein” wird widerwillig, aber letzendlich akzeptiert (das Kaufen einer Handykarte führt nicht zum Abflauen der Bemühungen). Bemerkenswerterweise ist trotz dieser offensichtlichen Ungleichheit weder die gefühlte, noch die reale Bedrohung besonders groß. Auch wenn man nächtliche Spaziergänge und einsame Parks vermeiden sollte, so kann man sich tagsüber fast überall und nachts in belebten Straßen gut zu Fuß bewegen.

Mit einer kleinen Gruppe von Angestellten einer NGO begehen wir den Jahreswechsel am Strand. Auch wenn kleine Schauer das Grillen unterbrechen, verbringen wir einen schönen Abend am Meer, mit einem atemberaubenden Sternenhimmel und mosambikanischer Musik. Auf der Rückfahrt im Taxi werden wir von der Polizei angehalten. Man bittet uns um “refresco”, Erfrischung, gibt aber nach ahnungslosen Blicken auf. Wie ich mittlerweile weiß ist “Refresco” ist nichts anderes als Bestechungsgeld.

Nach einigen Streifzügen durch Maputos Kulturzentren und Märkte brechen wir Richtung Norden auf. Um 6 Uhr morgens finden wir uns am “Busbahnhof”, Junta, ein und zwängen uns in einen asiatischen Kleinbus (“Chapa”) nach Inhabane. Auf der etwa sechsstündigen Fahrt werden mehr und mehr Menschen und Waren in das Fahrzeug geschoben, so dass statt der vom Hersteller vorgesehen 20 Personen sicherlich 30 “Platz” finden. Der Fahrtwind bei Tempo 100 macht die sich mischenden Körpergerüche erträglich. Ist Polizei in Sichtweite werden die Vorhänge verschlossen, um die Überfüllung zu kaschieren. Die neue Nationalstraße scheint sich ihrer Fertigstellung zu nähern, nur ein kleiner Teil ist nicht asphaltiert, dafür aber gesäumt von Asiaten und von ihnen beaufsichtigte mosambikanische Straßenarbeitern. Am Straßenrand finden sich kleine Kanäle, die den regelmäßigen Überschwemmungen vorbeugen sollen.

Angekommen in Inhabane fragen wir uns zu unserer Unterkunft durch. Die Abwesenheit von Touristen-Informationen und hilfreichen Stadtplänen macht die Orientierung in Mosambik generell zu einer Herausforderung, die vermutlich ohne Portugiesischkenntnisse noch größer ausfallen dürfte. Zu unserer Überraschung liegt unsere Unterkunft an einer nicht befestigten Straße mitten in einem Viertel in dem die Mehrzahl der Häuser eher improvisiert aussieht und die zumeist aus getrockneten Palmenblättern oder Blech errichtet wurden. Unser klimatisiertes, aber keineswegs besonders edles oder gesichtertes Quartier wirkt dazwischen ein wenig fehl am Platz.
Inhabane ist ein kleines Hafenstädtchen mit schönen Kolonialbauten, Uferpromenaden und vielen Touristen. Eine kurze Chapa-Fahrt entfernt liegt Tofo, ein beliebter Bade- und Wassersportort. Das Wasser ist angenehm warm, so dass auch leichter Regen nicht nachhaltig vom Baden abhält. Leider ist Tofo völlig überfüllt mit Touristen, so dass man wenig Ruhe vor Verkäufern von Sonnenbrillen, Kokosnüssen, Cashew-Nüssen und Tüchern etc. findet und auch die Preise unangenehme Ausmaße annehmen. In der Chapa sind wir mal wieder die einzigen Ausländer, die meisten Touristen mieten oder haben Autos.

Anklänge von Reisekrankheit führen uns ins Provinzkrankenhaus. Nach einigem Warten bekommen wir eine Doktorin zu gesicht. Diese zeigt sich wenig interessiert an der Erörterung der Beschwerden und bereits genommener Medikamente, und bringt mich in den nächsten Raum. Dort sind bereits zwei Herren mittleren Alters in zwei Betten. Auf einer mäßig sauberen Liege wird mir Blut abgenommen, trotz eingeschweißter Kanülen von B. Braun erwirke ich, dass meine eigenen benutzt werden. Auf Nachfrage wird mir mitgeteilt, dass ich keine Malaria hätte und ich werde mit einer weiteren Injektion, Breitbandantibiotikum und Parecetamol entlassen – ohne allerdings herauszufinden, was ich habe. Später wird mir erörtert, dass man besser auf die örtlichen Medikamente verzichten sollte, weil es sich oft um abgelaufene Generika aus Brasilien handelt.

Nach einer kleinen Bootsfahrt nach Maxixe nehmen wir die Chapa zurück nach Maputo. Unser Sicherheitsbedürfnis ist weniger adaptiv als erwartet, diesmal auf den Beifahrersitzen nehmen wir die Chapa-Fahrt deutlcher wahr. Die Geschwindigkeitsbegrenzung ist meistens zwischen 80 und 100 Kmh. Unser Fahrzeug macht warnende Pieptöne, sobald 110 überrschritten wird. Diese Töne pausieren nur bei Polizeikontrollen und in Ortschaften. Eine beliebte Alternative zu Bremsen ist Hupen, was auch beim Überholen auf Kuppen hilfreich ist. Mit einem Sicherheitsgurt würde man sich da dann doch besser fühlen.

Zurück in Maputo erfahren wir erneut, wie teuer Tourismus in Mosambik ist. Eine Tagestour durch das nahegelegende Elefanten Reservat kostet (da wir kein Auto haben) über 200$ pro Person. Der alternative Tagesausflug zur nahegelegenden Insel Inhaca scheitert daran, dass das gebuchte Boot sich wider Ankündigung gegen unsere Beförderung entschieden hat (zu wenige Passagiere). Um dennoch den letzten Urlaubstag als solchen zu begehen, versuchen wir ein Schwimmbad zu finden, was keine Club-Mitgliedschaft erfordert – ein äußert schwieriges und teures Unterfangen, aber dennoch erfolgreich.

Der nächste Beitrag wird sich mit mit dem Alltag in Maputo und meinem Ausflug nach Südafrika befassen.

My next post will be about (my) everyday life in Maputo and my short trip to South Africa.

Kurznachricht/ Short update

January 16th, 2011

Nach über zwei Jahren Abstinenz von diesem Medium, werde ich in den kommenden drei Monaten wieder meine Eindrücke und Erlebnisse unter dieser Adresse niederschreiben. Seit Sylvester bin ich in Maputo, Mosambik, wo ich ein Praktikum im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit absolviere. Jedoch wird nicht meine Arbeit, sondern meine kulturellen Erfahrungen und etwaige Reisen Gegenstand dieses Weblogs sein. Ich hoffe im Abstand von etwa zwei Wochen etwas von mir zu geben, werde aber nur dann schreiben, wenn ich denke, dass es eine interessante Lektüre bieten kann.
Des Weiteren ziehe ich in Erwägung meine Posts auf Englisch und Deutsch zu verfassen, allerdings möchte ich einen Weg finden dies zu tun ohne mich übermäßig zu wiederholen.

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After more than two years without blogging, I have decided to once again use this blog to share my impressions and experiences. I am staying in Maputo, Mozambique since New Year’s Eve and I will spend the next three months working in the development cooperation. However, this blog will not deal with my intership but with my views on everyday life and maybe some reports on my travels. I am planning on posting at least a few sentences every two weeks, however I will only write when I feel that I have something interesting to say.
As the majority of those reading this blog is most likely German, I hope to find a way to make this blog bilingual without repeating too much of what I write.