Zu guter Letzt

An meinem letzten Tag in meiner Organisation brachte ich dem Chef derselbigen eine Flasche Maisels Weisse aus meiner Studienstadt Bayreuth mit. Er freute sich, öffnete sie mit seinen Zähnen und versuchte das Weißbier aus der Flasche zu trinken, so bedeckte er sich und den Boden seines Büros mit Bier und wir versuchten gemeinsam schnell das Gröbste zu beseitigen. Geschmeckt hatte es. Zum Abschied zeigte er mir noch seinen erhobenen Daumen.

Ein kurzer Abschlussbericht.

In der Ferienfreizeit in den Norden habe ich gemerkt, dass ich es geschafft habe in der Mitte der Jugendgruppe anzukommen. Auch wenn die Ersten Nächte von derben Streichen geprägt waren, so hatten wir doch mit Fußballspielen, Besichtigungen, Schwimmbad, Klettern und Paintball eine unglaublich gute Zeit. Eine schöne Erfahrung zum Abschied. Es ist ein sonderbares, aber doch gutes Gefühl, wenn 26 Jährige, die ihren Lebensunterhalt eher auf unlauterem Weg verdienen, sich abends bei einem abmelden, wenn sie ausgehen möchten, wenn ein Vierzehnjähriger einem stolz zeigt, dass seine Freundin sich seinen Namen auf den Rücken tätowiert hat und wenn man abends bei einem Bier etwas über den wirklichen Alltag im Viertel erfährt.

Ferienfreizeit II: Paintball

Nach Wohnungssuche und Immatrikulation kehre ich nach Portugal zurück und wir versuchen nach bestem Wissen und Gewissen unser Multimedia Projekt zu beenden, zwei der anderen Freiwilligen sind bereits in ihr Heimatland zurückgekehrt. Was bleibt sind zwei kleine Interviews und die statistische Erkenntnis, dass fast alle Freiwilligen erst verspätet ihr Projekt anfangen konnten, zwei Drittel der Freiwilligen weiblich sind, der Altersdurchschnitt bei 23 liegt, die große Mehrheit in sozialen Projekten arbeitet und dass über 95% der Freiwilligen glücklich mit ihrer Entscheidung, einen EVS zu machen, sind.

Überdies hinterlassen wir ein Fototagebuch, ein Kiste mit Ratschlägen und nützlichen Utensilien für unsere Nachfolger und hoffentlich ein kleinen, guten Eindruck bei den Menschen aus Monte da Caparica.

Ich erspare allen Beteiligten lange Selbstreflektionen und will es bei Folgendem belassen.
Selten hatte ich eine derart anstrengende und harte Zeit. Selten eine derart gute und vielseitige.
Portugal ist ein Land, in dem man als (europäischer?) Ausländer sehr warmherzig aufgenommen wird und dessen großartige Menschen gute Freunde sein können. Zum Arbeiten oder Studieren werde ich aber kaum zurückkommen wollen, zu fremd bleibt mir hier die andere Lebenseinstellung und Arbeitsattitüde. Ich kehre mit neuen Freunden, neuem Wissen, größerer Gelassenheit und einem soliden Portugiesisch zurück in die fränkische Provinz.

Danke fürs Lesen.

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